Leseprobe - Das 6. Portal – Band 1: Schatten der Akademie

Fünf Portale. Fünf Steintafeln. Der Schlüssel zum sechsten Tor – der letzten Chance der Menschheit.

 

Rebecca Archer hat keine Wahl. Sie wagt das Unmögliche: Welten zu durchqueren, die tödlicher sind als die Erde selbst, um die Steintafeln zu finden.

 

Aber Zeit ist ein Gegner, den sie kaum schlagen kann – und Sebastian Morgan, der größte Mistkerl, der ihr je begegnet ist, macht es nicht einfacher.

 

Die Uhr tickt – und Aufgeben ist keine Option.

Prolog

Bex lehnte lässig im Schatten an ihrem Motorrad, die Nervosität ein Kribbeln auf ihrer Haut. Ihre mattschwarze Triumph stand da wie ein stummer Verbündeter, während der dunkle Helm auf ihrem Kopf sie vor neugierigen Blicken abschirmte. Er war mehr als nur Schutz – er war ihre Tarnung, ein Schild, das sie in dieser von Männern dominierten Welt unsichtbar machte.

»Wenn er dich jetzt sehen könnte.«

»Dann würde er mich ohne Umweg nach Hause schleifen. Er konnte es nicht ausstehen, wenn ich Motorrad gefahren bin.« Ein kurzes, trockenes Lachen entwich ihr, während ein vertrauter Stich in ihrer Brust aufkam.

»Ja, das konnte er wirklich nicht. Und ehrlich...«

»Nein, hör auf. Nicht schon wieder.« Ihre Stimme war scharf wie eine Rasierklinge, als sie ihm direkt in die Augen sah. »Ich brauche das Geld, Titus. Für meine Mom. Für die Akademie. Und für diesen ganzen Mist, um an die Spitze zu kommen. Also, bist du dabei oder nicht? Ich muss wissen, ob ich auf dich zählen kann, bester Freund.«

Titus zog eine Augenbraue hoch, sein schiefes Grinsen kehrte zurück. »Habe ich dich jemals hängen lassen?« Sein Ton war locker, doch Bex erkannte den Ernst in seinen Augen.

Ihr Auftritt hier war alles andere als risikofrei. Ein gewagtes Spiel, bei dem jeder falsche Schritt fatale Konsequenzen haben konnte. Aber genau diese Gefahr hatte eine unerklärliche Anziehungskraft auf sie – eine riskante Verlockung, die sie wohl von ihrem Vater geerbt hatte.

Der heutige Schauplatz? Ein altes, verfallenes Fabrikgelände, das längst seinen Glanz verloren hatte. Ein Relikt aus einer anderen Zeit, als die Welt noch ein Stück weniger chaotisch war. Bex ließ ihren Blick schweifen. Sie nahm die Umgebung in sich auf, während die Geräusche der nächtlichen Aktion um sie herum anwuchsen. Die feuchtwarme Nachtluft strich über ihr Gesicht, vermischt mit dem vibrierenden Summen der Maschinen, die bereits mit voller Wucht über die Strecke jagten. Der Geruch von Rost, Metall und verbranntem Gummi war allgegenwärtig, schwer und durchdringend, begleitet von der beißenden Note alter Chemikalien.

Die Luft knisterte vor Anspannung – eine explosive Mischung aus Adrenalin, Nervenkitzel und der ständigen Angst zu scheitern. Für einen winzigen Moment schien ihr altes Leben mit der Gegenwart zu kollidieren, und sie konnte nicht anders, als sich von der aufgeladenen Stimmung mitreißen zu lassen. Verdammt, sie lebte für genau solche Momente. Ihr Herz schlug heftig, voller Sehnsucht nach der Zeit, in der sie sich nicht jeden verfluchten Tag in der Akademie beweisen musste. Kein endloser Druck, keine Erwartungen. Nur sie und der pure Nervenkitzel.

Mit wachsamen Blicken beobachtete Bex die anderen Fahrer. Typen in Lederjacken und schweren Stiefeln, bereit für das letzte Rennen. Die Stimmung hatte etwas von Auflehnung und ungezügelter Freiheit. Ihre Augen glitten über die Helme – mit Flammenmustern, Sternen, Totenköpfen. Leuchtendes Rot, glänzendes Schwarz, verziert mit goldenen Linien und Edelsteinen, die sicher ein kleines Vermögen gekostet hatten. Und das nur, um aufzufallen. Aber was sie wirklich beeindruckte, war nicht der ganze Schnickschnack, sondern die Haltung ihrer Mitstreiter. Jeder strahlte eine Selbstsicherheit aus, als gehöre die Straße nur ihnen.

Die Leute drängten sich dichter an die Strecke, gierig auf die nächste Dosis Adrenalin. Langsam schob Bex ihre Triumph voran und trat aus dem Schatten der Nacht. Ihr Blick blieb wachsam, sie analysierte jede Bewegung ihrer möglichen Gegner, die auf der Strecke waren. Beobachtete, wie sie sich auf ihren Bikes hielten, wie sie überholten, die Tricks, die sie ausspielten, bis hin zu den waghalsigen Manövern. Kein Detail entging ihr. Nur die Beste zu sein reichte hier nicht aus. Sie musste überragend sein, um zu gewinnen.

Die Sirene heulte durch die stillen, verlassenen Fabrikhallen, und Bex spürte, wie ihr Puls nach oben schoss. Das war ihr Moment. Jetzt oder nie. Ihr ganzer Körper vibrierte und sie war bereit, alles zu geben. Geschwindigkeit, Adrenalin, Risiko – sie würde jede Sekunde davon genießen. Und den Typen hier, die dachten, eine Frau hätte keine Chance, als Erste das Ziel zu erreichen, würde sie zeigen, wie falsch sie lagen. Rebecca Archer hatte ihr Leben lang gekämpft – gegen die Welt, gegen die Zweifel, gegen die Grenzen, die man ihr setzen wollte. Genau das machte sie so gefährlich.

Mit einem schnellen, selbstsicheren Ruck klappte sie das Visier herunter, startete ihre Maschine und das tiefe Brummen des Motors erfüllte die Luft. Langsam rollte sie an die Startlinie, umgeben von den grellen Neonlichtern der anderen Bikes. Sie zuckten über die Gesichter der Fahrer, verzerrten die Schatten und erweckten die Szenerie zu einem surrealen Mix aus Licht und Dunkelheit. Ihr Blick wanderte auf einen, neben ihr stehenden Fahrer. Er war hochkonzentriert und starrte geradeaus. Sie atmete tief durch.

Es war so weit. Das Startsignal ertönte.

Bex’ Bike schoss nach vorn, wie eine Rakete, die gerade gezündet wurde. Farben und Lichter verschwammen zu einem wilden Kaleidoskop, während sie mit Vollgas durch die Dunkelheit schoss. Das Dröhnen der Motoren war alles, was sie noch hörte – es verschlang den Jubel, die Musik, sogar ihre eigenen Gedanken. Mit eisernem Fokus und einem guten Gefühl lenkte sie ihre Maschine durch die engen Kurven des verlassenen Industriegeländes. Jeder Zug am Lenker war präzise, jeder Schwenk durch die Hindernisse hart am Limit. Sie war mehr als nur eine Fahrerin – heute war sie eins mit ihrem Bike, eine Kriegerin der Nacht, angetrieben von purem Adrenalin und dem unbezwingbaren Willen zu siegen.

Mit Präzision preschte Bex durch die verlassenen Straßen des Geländes. Die warme, feuchte Luft strich über ihre Lederjacke, während sie sich tief in die Kurve legte, das Knie nur Zentimeter über dem Asphalt. Hinter dem Visier haftete ihr Blick auf der Strecke. Jede Sekunde, die sie herausfuhr, ließ das Kribbeln in ihren Adern stärker werden. Sie kannte dieses Gelände in- und auswendig, jeden Riss im Asphalt, jede Schikane. Nächte hatte sie hier verbracht, sich aus der Akademie herausgeschlichen, um zu trainieren, um jede verdammte Kurve zu meistern. Jetzt war sie eins mit der Maschine und zusammen jagten sie Richtung Ziel.

Unter ihr brüllte die Triumph wie ein wildes Raubtier, während Bex durch die Nacht preschte. Ihr Fuß glitt wie von selbst über die Gangschaltung, jeder Wechsel ein flüssiger, perfekter Tanz zwischen ihr und dem Bike. Der Motor zitterte unter ihr, schickte pure Adrenalinstöße durch ihren Körper, eine rohe, ungezähmte Kraft, die sie immer weiter nach vorn trieb. Um sie herum röhrten die Maschinen der anderen Fahrer, ihre Lichter blitzten im grellen Schein der Neonlampen und warfen flackernde Schatten auf die Straße. Aber sie blendete alles aus. Die Geräusche, die Konkurrenz – nichts davon existierte. Ihr Fokus war messerscharf auf die Straße gerichtet. Sie überholte ihre Rivalen, einen nach dem anderen, jede Bewegung exakt, aber geschmeidig, wie ein Messer durch Butter. Das Ziel rückte näher, und sie konnte die Blicke ihrer Verfolger im Rücken spüren. Sie zwang die Triumph ans absolute Limit. Die letzten Kurven kamen schnell – eng, fies und unberechenbar. Sie lehnte sich tief nach vorn, verschmolz mit ihrem Bike und schnitt durch die Schleifen, als würde sie den Asphalt spalten.

Das Rennen war in der finalen Phase. Sie führte, der Sieg war zum Greifen nah. Doch dann...

Ein waghalsiges Überholmanöver brachte Bex aus dem Konzept. Wer zum Teufel? Ein Typ mit seiner Yamaha, der kaum mehr als eine schemenhafte Silhouette war, schoss wie ein Blitz an ihr vorbei.

»Nicht mit mir«, zischte sie und drückte sich tiefer in den Sitz, jede Faser ihres Körpers auf Angriff getrimmt. Sie biss die Zähne zusammen, während sie das Gas bis zum Anschlag drehte. Ihr Herz hämmerte, alle Muskeln waren angespannt. Die Rücklichter ihres Gegners flackerten im Dunkeln, als ständiger Anreiz, um schneller zu werden, bis...

Ihr Hinterrad verlor den Grip, rutschte weg und plötzlich verschwamm die Welt um sie herum. Ihre Finger klammerten sich wie ein Schraubstock um die Griffe, jede Nervenfaser auf Alarmstufe rot. Das Bike jaulte unter ihr, Reifen schlitterten über den Asphalt. Ihr Knie schrammte über die Straße und der Schmerz schoss wie flüssiges Feuer durch ihr Bein. Für einen Moment raubte es ihr den Fokus, doch sie biss die Zähne zusammen. »Verdammt!«, zischte sie durch zusammengepresste Lippen, als sie die Triumph mit einem brutalen Ruck wieder unter Kontrolle brachte. Bex‘ Atem ging flach und stoßweise, ihr Puls hämmerte, doch sie war noch im Rennen. Scheiße! Sie war noch drin – und es war noch nicht vorbei.

Die Ziellinie kam näher, ein verschwommener Streifen unter den flackernden Lichtern. Sie drehte den Gasgriff wieder bis zum Limit. Die Umgebung verschwand. Es zählte nur noch die Straße und das Ziel. Mit einem letzten Adrenalinschub schoss sie an ihrem Gegner vorbei, genau im richtigen Moment. Sie überquerte die Ziellinie, während das Dröhnen ihrer Maschine durch die Nacht donnerte und sich mit dem tosenden Jubel der Menge mischte.

Verflucht, sie hatte das Rennen gewonnen. Scheiße noch mal!

Mit einem breiten Grinsen unter ihrem Helm stoppte sie ihr Bike abrupt, der Motor verstummte. Der Nervenkitzel pulsierte noch immer durch ihre Adern. Ein süßer, befriedigender Nachhall ihres Sieges. Jetzt konnte sie allen zeigen, wer sie wirklich war. Rebecca Archer, 19 Jahre jung und eine Frau. Sie holte tief Luft, löste den Helmriemen und zog ihn ab. Ihre strohblonden Haare fielen über die Schultern, und das Jubeln der Menge schwoll an. Die Leute feierten sie.

Allerdings verstummte der Jubel unvermittelt. Plötzlich krachten Schritte über den Asphalt. Schweres, selbstsicheres Donnern, das definitiv Ärger bedeutete. Bex folgte den Blicken der Anwesenden, drehte sich um und sah ihn. Genau den Typen, den sie gerade geschlagen und der sie beinahe aus dem Rennen geworfen hatte. Seine Gestalt war groß, fast schon einschüchternd. Aber eben auch nur fast. Sie grinste. Die Silhouette eines erfahrenen Fahrers, der es todsicher nicht gewohnt war, zu verlieren. Langsam hob er seinen Helm vom Kopf. Dunkelblonde Strähnen fielen in seine Stirn. Sein Blick war explosiv, seine Lippen zu einem schmalen Strich zusammengepresst. Es war eindeutig, dass Ärger in der Luft lag. So sicher wie die Sonne, die jeden Morgen aufging.

Er kam näher. »Wer bist du?«, brummte er mit einer Stimme, die tiefer war als das Grollen seiner Maschine. Bex schwieg. Hielt seinem intensiven Blick stand. Der Unbekannte trat noch dichter heran. Seine Präsenz war irgendwie erdrückend. Katzengrüne Augen musterten sie abfällig. Von oben bis unten und blieben dann kurz auf ihrem Bike hängen. »Hat es dir die Sprache verschlagen? Wer zum Teufel bist du?«

»Das geht dich einen Scheiß an!« Bex holte tief Luft.

»Ach ja? Du willst doch das Preisgeld, oder?«

»Ich habe gewonnen. Also steht es mir wohl zu.« Sie hob ihr Kinn. »Oder etwa nicht?« Sie hatte ihre Gründe, hier zu sein. Und definitiv keiner davon beinhaltete, Schwäche zu zeigen. Das hier war ihr erstes Rennen in dieser neuen Runde, und sie hatte bereits mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als ihr lieb war. Und doch genoss sie es gerade.

Der Typ beugte sich zu ihr. »Du hast Glück, dass ich heute gut drauf bin«, hauchte er, seine Stimme rau und kalt wie das entfernte Grollen eines Gewitters. Bex spürte seinen Atem an ihrem Hals, roch Motoröl und Leder. Und gleichzeitig war es einer dieser Momente, den sie immer hasste, wenn sie gewann – ein verletzter, aber selbstgefälliger Blick, der Revanche schrie. Er schnippte mit den Fingern, und eine Frau trat zu ihm, streckte ihr das Preisgeld entgegen. »Nimm es und verschwinde.« Ohne ein weiteres Wort drehte er sich um und ging zurück zu seinem Motorrad, setzte seinen Helm auf. Das ohrenbetäubende Aufkreischen seiner Maschine durchzog die Stille der Nacht. Rauch nebelte die Umgebung ein und es roch nach verbranntem Gummi. Ehrlich! Was für ein Arsch!

»Morgen! Gleiche Zeit, derselbe Ort! Komm nicht zu spät, Blondchen!«, raunte eine männliche Stimme und trat an ihre Seite.

Blondchen? Echt jetzt? »Wow! Was anderes fällt dir nicht ein?«

»Morgen Nacht. Dein Gewinn könnte sich mehr als verdoppeln, wenn du genug Arsch in der Hose hast.« Der Typ, der gerade an sie herangetreten war, musterte sie eindringlich. Irgendwas an ihr schien ihn zu beschäftigen. »Warte mal…« Er schob seine Stirn in Falten. »Kenne ich dich von irgendwoher?« Er überlegte.

»Wohl kaum. Das hier war mein erstes Rennen an diesem Ort.«

Er trat einen Schritt zurück und musterte sie erneut. »Hast du was mit der Akademie zu tun? Bist du eine von diesen Jumpern, die uns in die Neue Welt bringen? Du weißt schon, dieses Portal-Zeug und so.«

»Sehe ich etwa so aus? Natürlich nicht!« Bex’ Herz donnerte. Niemand hier durfte erfahren, dass sie heimlich die Akademie verlassen hatte. Denn das war nur den Jumpern erlaubt. Sie hingegen war noch immer eine Anwärterin. Eine, die hoffte, in die Reihen der Portalspringer aufzusteigen und endlich die Reisen in die verschiedenen Welten anzutreten, um die Steintafeln zu finden.

»Wir sind dabei! Morgen, gleicher Ort, gleiche Zeit.« Titus, ihr bester Freund, trat vor und unterbrach die skeptischen Blicke des Kerls.

Mehr als der doppelte Gewinn! Geld, das Bex brauchte. Sie nickte, setzte ihren Helm auf und startete ihr Bike.

Crownhaven

 

»Manchmal reicht ein Funke Hoffnung, um die Dunkelheit zu durchbrechen – aber du musst bereit sein, selbst zu brennen, um ihn am Leben zu halten.«

 

Im Jahr 2140 stand die Welt kurz vor dem Abgrund. Jahrzehnte voller Umweltzerstörung, Kriege und Ressourcenknappheit hatten die Erde in einen ausgedörrten, sterbenden Planeten verwandelt. Städte, die einst vor Leben strotzten, sind jetzt nur noch Ruinen – stumme, kalte Zeugen unserer eigenen Dummheit. Die meisten Menschen? Sie haben es nicht geschafft. Verhungert. Verdurstet. Von Pandemien dahingerafft, als die Ökosysteme kollabierten.

Doch in all diesem Chaos gab es einen Funken Hoffnung: Crownhaven. Eine Stadt, die mehr ist als nur eine Ansammlung von Überlebenden. Sie ist der Hauptsitz der neuen Weltregierung, ein Symbol für unser Überleben – ein Ort, an dem alte Traditionen auf die fortschrittlichste Technologie treffen. Hier hat sich alles gesammelt, was von der Menschheit übrig ist: Wissenschaftler, die nach Lösungen suchen, Führer, die versuchen, uns zu vereinen, und Menschen, die einfach nur eine Zuflucht brauchen.

Aber Crownhaven birgt mehr als nur Hoffnung. Tief in den Kellern der Akademie, dem Herzen der Stadt, liegt das sechste Portal. Bewacht wie ein heiliger Gral. Es ist nicht nur ein Tor – es ist unser letzter Ausweg. Doch um es zu öffnen, braucht es fünf Steintafeln. Diese jedoch sind irgendwo in fremden Welten verborgen, auf der anderen Seite von fünf weiteren Portalen. Nur wer diese fünf Welten meistert, kann das sechste Tor öffnen – und was dahinter liegt, könnte unsere letzte Chance sein. Oder unser endgültiges Ende.

Während draußen die Welt weiter ihrem Untergang entgegendämmert, ist Crownhaven, sind vor allem die Akademie, die Jumper und ihre Anwärter, der Herzschlag eines neuen Hoffnungsschimmers. Anwärter wie ich – Menschen, die durch die Portale reisen und nach den Tafeln suchen, in der Hoffnung, lebend zurückzukehren. Jede Mission ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Ein Kampf gegen das Schicksal. Gegen das Unbekannte.

Das hier ist meine Geschichte.

Ich bin Rebecca Archer, aber die meisten nennen mich Bex. Eine junge Frau, die sich durchschlägt, während die Welt um sie herum zerbricht. Ich versuche, meine Familie zu retten, meine Freunde – und ganz nebenbei auch noch die gesamte Menschheit. Ach ja, und dann ist da noch Sebastian Morgan. Der größte Mistkerl, den ich je getroffen habe und genau der Typ, der mir konstant den letzten Nerv raubt.

Also, willkommen in meiner Welt. Sie ist alles andere als schön, aber sie ist alles, was wir haben.

 

Kapitel 1

Bex sah, wie die letzten Sonnenstrahlen durch die schmutzigen Fenster der Akademie fielen und den Raum nur noch schwach erhellten. Es herrschte Stille. Wie es sich eben in einer Bibliothek gehörte. Ab und an wurde die Ruhe vom Umblättern verschiedener Buchseiten unterbrochen. Gedämpfte Schritte hallten zwischen den Bücherregalen hindurch, bis das Zurückziehen eines Stuhls diese Geräusche verschluckte. Rascheln, Knistern und leises Aufstöhnen lockten sie dennoch hinter dem Computer hervor. Mit wachen Augen streifte ihr Blick über die Anwesenden. Eine junge Frau, wahrscheinlich neu hier und im Team der Wissenschaftler, saß angespannt vor einem Buch, ihre Hände stützten das Kinn. Neben ihr lehnte sich ein Junge zurück, ließ die Vorderbeine des Stuhls in der Luft schweben und verknotete seine Arme hinter dem Kopf. Zwei Reihen weiter erfasste sie eine Gruppe von Anwärtern, die dicht beieinander saßen und tuschelten. Nichts Verwerfliches, wo sie eingreifen musste. Zum Glück. Ausnahmsweise wurden die Anweisungen, die an den Flügeltüren als Info angebracht waren, beachtet.

Die Stille kehrte zurück und Bex widmete sich wieder den Katalogen mit Zahlen und Buchstaben, die im System hinterlegt werden mussten. Die endlose Monotonie der eintönigen Listen brachte ihre Augen immer wieder zum Zufallen. Sie spürte die aufkommende Ermüdung, die ihr ins Bewusstsein rief, wie sehr ihr dieser Job eigentlich gegen den Strich ging. Warum zur Hölle hatte sie sich für diesen Job gemeldet? Richtig, wegen der Zusatzpunkte, die ihr das Leben hier erleichterten. Mit nützlichen Dingen, wie einer besseren Ausrüstung. Man sollte meinen, dass diejenigen, die hier waren, um die Steintafeln für das 6. Portal zu finden, alle gleich behandelt wurden. Aber nein, weit gefehlt. Die Regierung bevorzugte selbstverständlich diejenigen, die durch ihre Familien einen besseren Stand hatten.

Seufzend lehnte sich Bex zurück, als der Bildschirm vor ihr anfing zu flackern. Das geschah manchmal, wenn die Geräte viele Daten zu verarbeiten hatten. Ein perfekter Zeitpunkt für eine wohlverdiente Pause. Die Zahlen, die gerade noch ihre volle Aufmerksamkeit gefordert hatten, verschwammen jetzt zu einem Durcheinander, als ob sie gegen die Langeweile des Bildschirms rebellierten. Sie schloss die Augen, ließ ihren Gedanken freien Lauf und dachte an die Mission, die kurz bevorstand. Dies war das große Ziel, auf das sie so lange hingearbeitet hatte und bei dem sie sich beweisen konnte. Und verdammt, sie war knapp davor, es zu erreichen. Denn: Rebecca Archer hatte es unter die Top 20 der gesamten Anwärter ihres Jahrganges geschafft. Und immerhin waren sie insgesamt 44 – 44 junge Menschen, die alle dasselbe Ziel hatten. Jeder von ihnen wollte zu den Jumpern gehören. Sie grinste stolz, erleichtert über ihren Erfolg und das Erreichen ihres ersten Ziels.

Ein ganzes Jahr lang hatte sie sich den Arsch aufgerissen, um an diesem Punkt zu stehen. 12 unglaublich anstrengende Monate, in denen sie sich durch herausfordernde Trainingseinheiten gequält, knifflige Aufgaben gemeistert und umfangreichen Lehrstoff gepaukt hatte. Es war ein Jahr voller Herausforderungen, sowohl körperlich als auch mental. Und nicht zu vergessen, die vielen blauen Flecken, die sie davongetragen hatte. Allerdings ließen sie die Zweifel nach wie vor nicht los. Selbst als Anwärterin mit besonderen Fähigkeiten fragte sie sich ständig, ob sie das Richtige tat. Hinzu kam noch die Ungewissheit darüber, welche Begabung genau sie besaß? Tja, das war die große Frage, die sich erst in einer der Missionen zeigen würde. Gedankenverloren lehnte sie sich an die Lehne ihres Stuhls, während sie über die bevorstehende Aufgabe und die damit verbundenen Hürden nachdachte. Obwohl die Medizin fortschrittlich genug war, um herauszufinden, dass ihre DNA einen zusätzlichen Strang enthielt, der sie zu einer Auserwählten machte, konnte ihr niemand sagen, welche Superkraft sie besaß. Eine Superkraft. Das war irgendwie surreal und ehrlich gesagt, war es wirklich schwer zu glauben. Superkraft klang nach etwas machtvollem und heldenhaftem. Nach mehr als einer bloßen zusätzlichen Gabe. Im Moment spielte das alles jedoch keine große Rolle. Auch ohne zu wissen, was ihre Fähigkeiten genau waren, konnte sie es in die Reihen der Jumper schaffen. Damit würde sie zu den Portalspringern gehören – der Elite der Neuen Welt – und endlich ein paar echte Vorteile genießen. Und das Beste daran? Sie hätte die Chance, ihre Mutter aus dem trostlosen Westend herauszuholen. Bex ließ ihren Blick schweifen und versank nun vollständig in ihre Gedankenwelt.

Im Jahr 2140 stand die Welt am Rande des Abgrunds. Jahrzehntelange Umweltzerstörung, brutale Kriege, Pandemien und katastrophale Naturereignisse hatten große Teile der Weltbevölkerung ausgelöscht und die Erde in einen nahezu unbewohnbaren Zustand versetzt, was zu einer dramatischen Ressourcenknappheit führte. Crownhaven, ihre Heimat- und Geburtsstadt, war zum Hauptsitz der Regierung ernannt worden. Die Stadt hatte sich vom unscheinbaren Ort zu einem Symbol der Hoffnung entwickelt, denn hier lag die von allen ersehnte Rettung. Das Tor zur Neuen Welt. Eine heile und frische Welt hinter dem 6. Portal. Es klang verrückt, aber jeder hier glaubte fest daran, durch dieses Tor zu schreiten und ein neues Leben beginnen zu können. Auch sie. Die Lösung, um die Menschheit zu retten, lag allerdings in der Aktivierung des letzten Portals. Und das klang einfacher, als es scheinbar wirklich war.

Um das Tor zu aktivieren, mussten die fehlenden Steintafeln gefunden werden. Jede dieser mysteriösen Teile eines Puzzles war in einer der 5 Welten versteckt. Es klang wie eine einfache Stellenbeschreibung. Wirklich simpel. Publiziert von der Regierung. Aber Bex, wie auch ihre Mitstreiter wussten, dass es alles andere als leicht sein würde. Dennoch war das Sammeln der Steintafeln ihre einzige Chance, wie Wissenschaftler in den vielen Jahren der Entschlüsselung der alten Schriften herausgefunden hatten. Diese Schriften hatten sie tief in den Katakomben der Akademie entdeckt, verborgen zwischen verstaubten Artefakten und längst vergessenen Dokumenten. Jahrhunderte alt, aber voller Wissen über die Portale. Mehr gab die Regierung leider jedoch auch nicht preis. Außer, dass vor vierzig Jahren in Crownhaven die Portale entdeckt wurden, angeblich von Außerirdischen erbaut. Niemand wusste es genau. Dazu fand man alte Schriften als Art Bedienungsanleitung. War es wirklich nur ein merkwürdiger Zufall, oder verbarg sich dahinter eine tiefere Wahrheit, die niemand ahnte?

Bex seufzte. Sie war sich nicht sicher, ob sich jemals wirklich etwas ändern würde. Und Ausgangspunkt all dessen, der Rettung und der Neuen Welt, war Crownhaven, diese kleine Stadt, die nun als letzte Bastion der Menschheit galt. Doch hatte sich wirklich etwas verändert? So sehr hatten die Menschen hier gehofft, dass sich endlich etwas zum Guten wenden würde. Dass mit den Portalen auch die alten Strukturen reformiert würden. Weit gefehlt. Die Armen blieben arm, die Reichen blieben reich. Selbst jetzt, mit der Aussicht auf einen Neuanfang, klammerten sich die Mächtigen an ihren Status, als wäre er ein Naturgesetz. Es war wie ein Virus, das sich in jede Welt einschlich. Und gleichzeitig war es, als hätte die Menschheit nichts gelernt. Sie erlebte es jeden verdammten Tag. In Crownhaven trug man entweder den richtigen Namen, ließ das Geld regieren oder gehörte den richtigen Verbindungen an. Ansonsten stand man ganz unten und musste sehen, wo man blieb. Diejenigen mit Macht, kauften sich ihre Zukunft, während die anderen nur hoffen konnten, dass für sie noch irgendwo ein Platz frei war. Es schien, als ob sich das nie ändern würde. Als wäre es in den Menschen eingebrannt. Ihr Blick schweifte über die Anwesenden in der Bibliothek. Vielleicht konnten sie es dieses Mal besser machen. Vielleicht würde in der Neuen Welt niemand mehr auf den Straßen verhungern, während andere in glitzernden Palästen saßen. Vielleicht würde es dieses Mal tatsächlich alles anders. Die Hoffnung starb zuletzt, oder wie hieß das?!

»So viele Streber an einem Platz! Beängstigend!«, zischte es und der laute Kommentar holte Bex sofort aus ihrem Nachdenken. Margret Storm. Eine ihrer besten Freundinnen, mit ihren impulsiv nach hinten geworfenen aschgrauen Haaren, trat in die Bibliothek ein. Geräuschvoll schlugen die Flügeltüren hin und her und der entfachte Wind schaffte es sogar, dass einige Infoblätter vom Stapel auf dem Tresen zu Boden segelten. »Es ist Samstag Abend! Leute, was zum Teufel ist nur mit euch los!«, rief sie.

»Maggie, sag mal, spinnst du?« Bex sprang von ihrem Stuhl, hob die Zettel auf und bemerkte aus dem Augenwinkel, dass Max und Charlie ebenfalls die Bücherei betreten hatten.

»Was denn? Ist doch wahr! Um diese Zeit macht man sich für eine Party fertig, von der man erst im Morgengrauen und völlig betrunken nach Hause kommt!«

»Du weißt schon, wo wir sind, oder? Und jetzt sei still, sonst wird dich der Wachmann hinausbegleiten!«

»Du meinst diesen schnuckligen Typen, der mit den rehbraunen Augen, dem bis in die Haarspitzen durchtrainierten Körper und der Vorliebe für Katzenposter im Wachraum?« Maggie kicherte. »Nur zu gern würde ich ihn besser kennenlernen.«

»Bist du nicht eigentlich vergeben?«, fragte Bex und hob eine Augenbraue in Richtung ihrer Freundin.

»Nein. Nicht mehr«, entgegnete sie überraschend leicht. »Rimus ist abgehauen. Mit seinen Eltern. Er schrieb mir irgendetwas von einem neuen grünen Land, das sie gefunden haben. Und dann hat er Schluss gemacht. Einfach so. Ehrlich gesagt, bin ich nicht mal wütend, eher enttäuscht. Ich dachte, er hätte mehr Mut.«

»Was? Maggie, das tut mir leid.«

»Muss es nicht. Ich wollte das Ganze sowieso beenden. Er war extrem langweilig.«

»Wahrscheinlich sind sie zu den Remaindern gegangen. Oder aber, er ist vor dir geflüchtet. Man weiß es nicht«, fügte Charlie trocken hinzu, während sie sich hinter die Theke begab.

»Ja, vielleicht auch das.« Maggie grinste.

»Was wollt ihr eigentlich hier?« Bex befahl ihre Freunde in die Abstellkammer, zu der die Tür hinter der Theke führte, und sah sie abwechselnd fragend an. »Waren wir heute verabredet?«

»Nein, aber...« Maggie ließ sich auf einen ausrangierten Bürostuhl fallen, warf erneut impulsiv ihre Haare nach hinten und blitzte ihre Freundin aufgeregt an. »Ich muss dir etwas zeigen. Es ist ganz neu und vor einer Stunde auf meinem Telefon aufgetaucht. Und Bexi, wir müssen es unbedingt ausprobieren, hörst du!«

»Hör auf, mich Bexi zu nennen. Bin ich fünf Jahre alt, oder was?«

Max’ Lachen wehte durch den Raum. Es klang kurz und trocken, als ob er sich über Maggies Enthusiasmus amüsierte. »Was ist es diesmal? Wieder eine Creme, die dein Aussehen verändert, oder ein Armband, dass wie eine Droge wirkt, oder...« Er sah sie herausfordernd an.

»Ehrlich, Mag, ich habe echt keine Zeit dafür.« Bex verschränkte die Arme und warf ihrer Freundin einen genervten Blick zu.

Sie zuckte nur mit den Schultern und grinste. »Alles Dinge, für die wir bezahlt wurden.«

»Du hast Geld dafür bekommen«, korrigierte Bex scharf. »Ich nicht. Ich habe es völlig umsonst gemacht, weil ich für einen Tag im Arrest gelandet bin.«

Maggie hielt in ihrer Bewegung inne, hob eine Augenbraue. »Also streng genommen hast du es nicht umsonst gemacht. Du hast es halt einfach nicht behalten dürfen.«

»Ach, danke für die Erinnerung. Ich war einen ganzen verdammten Tag eingesperrt, weil jemand mich verpfiffen hat. Und als ich rauskam, war das Geld, das mir zugestanden hätte, weg. Einfach weg! Was übrigens fast meinen Platz in der Rangliste gekostet hat.«

Übertrieben laut seufzte Maggie, schenkte sich einen Tee aus der kleinen Küche in der Ecke ein und rührte langsam um. »Oh nein, nicht die heilige Liste.« Sie nahm einen Schluck, hustete. »Schmeckt gar nicht mal so gut.« Sie verzog ihr Gesicht zu einer Grimasse. »Mal ehrlich, du übertreibst.« Ein schelmisches Grinsen breitete sich auf ihren Lippen aus. »Du schläfst mit Gabriel Phönix. Und jeder hier weiß, dass er dafür sorgen wird, dass du…«

»Halt die Klappe, Maggie.« Bex funkelte sie an und wandte dann ihren Blick in die Bibliothek. Niemand regte sich. Zum Glück. »Ich werde dieses Mal nichts von deinen dubiosen Dingen ausprobieren. Nein, Margret, dieses Mal wirklich nicht!«

»Ach komm schon Bex. Bitte.«

»Nein! Und ich will nie wieder etwas darüber hören«, kopfschüttelnd sah sie ihre Freundin an, die jedoch nicht aufzugeben schien.

Bex liebte Margret von ganzem Herzen, ihre nerdige Art, das geniale Computertalent. Aber ihre fast schon besessene Suche nach Abenteuern ging ihr allmählich auf die Nerven. Es zog sie ständig in zwielichtige Deals mit Leuten, die nur darauf aus waren, in dieser rauen Welt besser dazustehen als alle anderen. Als ob das bevorstehende große Ereignis nicht schon genug wäre. Ja, Bex war selbst kein unbeschriebenes Blatt. Allerdings tat sie es heimlich. Ohne Aufsehen zu erregen. Ganz im Gegensatz zu Maggie. Es wurde immer gefährlicher, doch das schreckte ihre Freundin nicht ab. Beim letzten Deal hätte nicht viel gefehlt, und sie wäre aus der Akademie geschmissen worden. Wie verrückt musste man sein, hier Pillen zu verkaufen, die angeblich Superkräfte verliehen? Jeder hier besaß diese besonderen Kräfte. Keiner brauchte dafür eine Tablette. Hilfesuchend sah sie zu Charlie und Max, die jedoch abwehrend die Hände hochhielten.

»Dieses Mal wird es funktionieren. Versprochen.« Maggie sah sie erwartungsvoll an und lächelte.

»Nein! Wie kann man nur so nervig sein. Ehrlich, Mag, ich kann es mir nicht leisten, in der Rangliste nach unten zu rutschen. Wie du weißt, will ich meine Mom aus diesem beschissenen Elend herausholen. Also nein! Ich bin raus.«

Ohne es verhindern zu können, stiegen lebhafte Bilder von Shadow Valley in Bex hoch. Es war ein düsterer Ort. Die Straßen waren voller Schlaglöcher, die Luft schwer von dem scharfen Gestank verbrannten Gummis und dem fauligen Duft von verrottendem Müll, der einem den Atem raubte. Die Schatten der verlassenen Gebäude wachten wie Raubtiere über den Bewohnern. Ein Stadtteil in Westend, den man weder bei Tag noch bei Nacht betrat und der viel zu nah an dem Haus ihrer Mutter lag. Dort lebten die sogenannten Gorlags, die sich mit Drogenhandel, Zuhälterei und anderen zwielichtigen Geschäften ihren Lebensunterhalt verdienten. Genau deshalb war sie hier, und genau deshalb kämpfte sie jeden verdammten Tag hart und nahm so gut wie jeden Job an der Akademie an. Ihr Ziel war es, ihre Mutter aus dem, an Westend angrenzenden Shadow Valley, das sich immer weiter ausbreitete, herauszuholen und ihr ein besseres Leben zu ermöglichen. Niemand, wirklich niemand, wollte freiwillig dort leben.

»Erde an Bex! Alles gut?« Maggie sah sie fragend an. »Ja, alles ok. Aber du weißt, dass ich nicht mitmachen kann. Meine Antwort bleibt also definitiv, nein!« Ihre Worte waren eindeutig und sie hoffte, dass sich damit das Thema erledigt hatte. »Frag doch Charlie.« Bex deutete auf ihre Freundin, die sofort mit dem Kopf schüttelte.

»Auf gar keinen Fall. Vergiss es Storm!« Charlotte stemmte die Hände in ihre Hüfte.


Wirst du jetzt den Sprung wagen?

 

Spring – oder bleib zurück. Die Portale warten auf dich.  

 

Hol dir Band 1 - Zum Einführungspreis von 0,99 EUR!


Folge mir auf: